Akzeptanz – die 5 Phasen des Annehmens

Akzeptanz – die 5 Phasen des Annehmens

20.11.2014

Freunden Sie sich mit Ihren Gefühlen an!

Am Ende meines letzten Blog-Beitrages habe ich das Annehmen bzw. die Akzeptanz angesprochen.
Häufig bringten uns das Streben nach Vergnügen oder die Vermeidung von unangenehmen Gefühlen und Schmerz mehr Probleme ein, als sie wert sind und lösen damit Stress aus. Die Dinge so anzunehmen wie sie sind können unnötiges Leiden verhinden.
In einem natürlichen und meist (mehr oder weniger) langsamen Prozess durchlaufen wir dabei fünf Phasen, bis wir ein unangenehmes Gefühl oder einen Schmerz vollständig annehmen können:

  1. Abwehr
  2. Neugier
  3. Toleranz
  4. Zulassen
  5. Anfreunden

Die Abwehr ist die erste instinktive Reaktion und kann sich in Form von Widerstand gegen das Gefühl, Vermeidung oder Grübelei äussern. Sie kennen das sicher, dass Sie den Blick zunächst mal abwenden, wenn Sie Bilder betrachten, die für Sie unangenehm sind. Es kann aber auch sein, dass Sie anfangen zu grübeln – sich also gedanklich intensiv damit zu beschäftigen – wie Sie dieses unangenehme Gefühl loswerden können.

Wenn die Abwehr nicht funktioniert,  folgt die Phase des sich Interessierens für das Gefühl oder den Schmerz. Sie werden neugierig und wollen es näher kennenlernen, also wissen, womit Sie da konfrontiert sind: Was ist das für ein Gefühl? Wann tritt es bei mir auf? etc.

Wenn Sie dazu bereit sind, kommen Sie in die Phase der Toleranz: Sie beginnen den (emotionalen) Schmerz zu ertragen, haben aber immer noch den Wunsch, dass er wieder vergeht.
Diese Phase kann an die Phase der Neugier anschließen, muss aber nicht.

In die Phase des Zulassens kommen Sie, wenn Ihr Widerstand durch das Leiden aufgeweicht wird. Sie lassen das unangenehme Gefühl kommen und Gehen.

Wenn Sie in den Zustand des Anfreundens kommen, nehmen Sie den Schmerz schließlich an und erkennen darin einen verborgenen Wert für Sie.

Wichtig ist dabei, sich jeder Phase so lange hinzugeben, wie Sie benötigt. Es ist nicht möglich, eine Phase zu überspringen, da jede einzelne von ihnen wichtig ist zur Verinnerlichung des Gefühls des Akzeptanz. Es gibt auch keine bestimmte Zeit, wie lange Sie für die einzelnen Phasen benötigen. Das kann je nach eigener Erfahrung und der Intensität des Gefühl zwischen Minuten und Jahren liegen. Ein Selbstmitgefühlstraining kann Sie dabei unterstützen. Wenn Sie im Bereich der Akzeptanz noch wenig erfahren sind oder Unterstützung benötigen, schreiben Sie mir bitte eine Mail oder rufen Sie mich an.

Buchtipp: Der achtsame Weg zur Selbstliebe. Wie man sich von destruktiven Gedanken und Gefühlen befreit. Christopher Germer. arbor Verlag.

 

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